Therapieformen

Grundsätzliches

Je nach Befund werden unterschiedliche Therapieansätze und Techniken eingesetzt. Dabei wird immer direkt am Pferd überlegt, welcher Ansatz wann am sinnvollsten ist.

Eine Behandlung dauert ca. 1 bis 1 ½ Stunden, selten auch 2 Stunden. Für einen phsiotherapeutischen Erfolg werden in der Regel 1 bis 3 Sitzungen benötigt, sofern keine andere Grunderkrankung vorliegt. Hier sollte tierärztlichr Rat hinzugezogen werden!

Mindestens 48 Stunden nach der Behandlung sollte das Pferd sich so bewegen können, wie es gerne möchte: also nicht reiten oder ausgebunden longieren. Auch Impfungen oder Wurmkuren sollten in dieser Zeit möglichst vermieden werden. Danach: langsam anfangen und einfühlen.

Bei der Turnierplanung ist zu beachten, das vor allem nach einer Erstbehandlung Muslkelkater ("Faszienkater!") auftreten  kann. Manchmal benötigt das Pferd einige Zeit nach der Behandlung, um sich in seinem neuen Bewegungsmuster zurechtzufinden und ungewohnte Muskeln zu benutzen, manchmal sind Folgebehandlungen notwendig, um ein optimales Therapieziel zu erreichen.  

Sind Folgebehandlungen empfohlen, so sind diese erfahrungsgemäß in einem Abstand von 4–6 Wochen ratsam.  

Bei Unfällen sollte frühestens 2–3 Wochen nach dem Unfall mit einer osteopathischen Begleitung begonnen werden – nach Klärung von möglichen Verletzungen durch den Tierarzt.

Therapie-Ansätze

Osteopathie

Der Name "Osteopathie" ist eigentlich denkbar ungünstig für eine Therapieform, denn er bedeutet "Knochen-Krankheit". Derf Begriff ist vor rund 150 Jahren von einem Arzt Dr. Taylor Still in den USA geprägt worden, der erkannt hatte, dass bei Einschränkung der natürlichen Bewegungsfunktionen Krankheit entstehen kann.

Dabei hat er dieses Einschränkungen in drei Bereiche eingeteilt:

  • Einschränkung der Gelenkfunktion / des Bewegungsapparates
  • Einschränkung im Weichteilbereich (Bindegewege = Faszien und Organe)
  • Einschränkungen im craniosacralem System (Schädel und Nervensystem)

 

Während sich Chiropraktiker vorwiegend auf die Gelenkfunktionen konzentrieren, gehen osteopathische Behandlungstechnicken auf alle drei Bereich ein und versuchen entsprechende Dysfunktionen / eingeschränkte Körperfunktionen zu lösen.

Ein wesentlicher Anteil der osteopathischen Behandlungstechniken sind deshalb sogenannte "Release = Entspannungs"-Techniken, bei denen der Therapeut versucht, mit seinen Händen den Ursachen von Spannungen im Körper auf den Grund zugehen. Dazu ist ein gutes anatomisches Wissen mit räumlicher Vorstellungskraft, Erfahrung im Spüren und manchmal auch Geduld notwendig.

Für das Testen der Gelenkfunktionen müssen diese auch bewegt werden, also Beine gehoben, Rücken aufgewölbt werden etc. ... manchmal wird dies auch als "Einrenken" bezeichnet ... aber ausgerenkte Gelenke gibt es eigentlich nicht und die Bewegung der Gelenke dient letztendlich zum testen, wo noch ein "falscher Zug" herkommt, um ihn dann durch angepasste Techniken zu lösen.

Die osteopathische Behandlung kann ursächlich wirksam sein oder nur unterstützend wirken, wenn der Körper bereits eine Fähigkeit gänzlich verloren hat. Manchmal braucht man mehrere Behandlungen um im "Zwiebelschalen-Prinzip" zum "Pudelskern" zu kommen.

Sind bereits irreversible Strukturveränderungen wie z.B. ein fortgeschrittener Gelenkverschleiß (Arthrose) vorhanden, so können lediglich die funktionellen Anteile behandelt werden, die vielleicht Ursache dafür sind oder sich aufgrund von Schmerzen aufgebaut haben.

Ursache der meisten Bewegungseinschränkungen sind meiner Erfahrung nach übrigens Unfälle wie Stürze, Aufhängen im Halfter, ausrutschen und verspringen über dem Sprung und andere Traumata, auch bei der Geburt, die dann über das Reiten verschlimmert werden können. Deshalb ist gutes Reiten (oder Bodenarbeit) wichtig für eine gute Gymnasitzierung, Traumata sind damit aber nicht herauszulösen.

Narbenbehandlung

Auch Narben können starke Störfelder für den natürlichen Bewegungsablauf sein und chronische Schmerzen verursachen. Besonders Wallache können hiervon mit ihrer Kastrationsnarbe betroffen sein. Deshalb wird von mir eine Narbenentstörung empfohlen. Grundlage meiner Narbenentstörung ist eine vom Therapeutenverband hergestellte Narbensalbe, die nicht allergen ist aber zu einer vermehrten Versorgung der Narbe führt. Das kann zur Folge haben, dass Stoffwechselendprodukte, die sich in der Narbenregion abgelagert haben, abtransporiert werden. Dies kann durchaus zu einer heftigen lymphatischen Schwellung führen, die aber innerhalb von einer guten Woche wieder zurückgeht. Dies ist vor allem bei bestehenden Trainings- und Turnierplänen zu beachten.

Akupunktur

Die Akupunktur ist Teil der traditionell chinesischen Medizin (TCM), einer seit über 2000 Jahren etablierten Erfahrungsmedizin aus China. Dabei werden definierte Akupunkturpunkte, an denen die Haut durch Austreten von Nervenfasern und Blutgefäßen sehr sensibel ist, mit Nadeln gestochen. Das System der TCM ist gedacht, um Ursachen von Krankenheiten auf den Grund zu gehen. Ich wende die Akupunktur an, um Bewegungseinschränkungen aufzulösen und habe mich deshalb vom klassischen System der TCM gelöst. Mittlerweile von einigen Therapeuten auch als "osteopathische Akupunktur" bezeichnet, wähle ich gezielt Punkte, um eine "Muskel-Faszien-Entspannung" (myofasziales Release) hevorzurufen. Da die Muskeln und Faszien auch in Ketten organisiert sind, wie die Akupunkturbahnen = Meridiane und mit diesen zum Teil auch übereinstimmen, ist für mich die Akupunktur in manchen Sitzungen eine hevorragende Ergänzung zu meinen Händen.

Außer mit Nadeln akupunktiere ich mit meinen Fingern, monochromatischem Farblicht oder einem sanften Punkt-Laser.

Gilt es doch einmal nach den Regeln der TCM die Meridiane zu behandlen, setze ich gerne die Akupunktmassage (APM) nach Penzel ein. Hier werden die Meridiane nach einer speziellen Befundung mit einme Stift - dem APM-Stift - gezogen. Diese Methode eignet sich auch hervorragend, um das ISG (Kreuzdarmbein-Gelenk) zu stabilisieren.

Faszien-Therapie

Die Faszien sind mittlerweile als Sinnesorgan anerkannt und "Faszien-Therapie" ist in den letzten Jahren sehr modern geworden. 

Schüßler-Salze

 

 

Shiatsu

"Was ist Shiatsu?" fragen viele. Shiatsu ist eine japanische Varainte der Krankengymnastik und Akupunktur. Übersetzt heißt das Wort "Fingerdruck". Hier werden die Meridiane und Akupressurpunkte mit der Hand, dem Finger oder auch einmal mit dem Ellenbogen behandelt. Auch eine Dehnung der Muskulatur entlang der Meridiane und eine Mobilisation der Gelenke gehört dazu.

Am Menschen wird diese Therapieform am bekleideten Körper auf dem Boden ausgeführt und dient der präventiven Gesundheitsförderung. Shiatsu lässt Körper, Geist und Seele tief entspannen und regenieren, aktiviert die Selbstheilungskräfte und stimuliert das Immunsystem.

Meine Shiatsu-Ausbildung habe ich mit 700 Ausbildungsstunden am Europäischen Shiatsu Institut (ESI) mit einem Diplom abgeschlossen und ist von der GSD (Gesellschaft für Shiatsu Deutschland) anerkannt. 

Wenn Sie selber Shiatsu einmal kennenlernen möchten - sprechen Sie mich an.